Formulierungen wie „nach dem Leben“, „nach der Natur“ versprechen in der Kunstgeschichte eine bestimmte Beziehung zwischen Bildern und ihren Gegenständen, Kunst und Natur. Dabei wird zum einen eine direkte, enge und in gewisser Weise vertrauenswürdige Referenzbeziehung zumindest behauptet, eventuell sogar eine Art von Wahrheit des Bildes. Zum anderen aber implizieren derartige Ausdrücke in verschiedenen Sprachen eher eine bestimmte Wirkung von Bildern auf uns – als würden die jeweiligen Bilder ästhetisch der Erfahrung von Natur und dem Lebendogen nahekommen. Der Vortrag widmet sich diesem Spannungsfeld und damit der größeren Frag nach historischen Relationen zwischen Kunst und Naturerfahrung, Werkprozessen, Medien und lebendigem Dasein.
Dienstag, 22.09.2026
Vortrag von Robert Felfe in Paris